30 - Auf fremden Pfaden by May Karl
Author:May, Karl [May, Karl]
Language: deu
Format: epub
Published: 2011-07-25T22:00:00+00:00
3. Um des Kindes willen
Die Leute von el Achadid behandelten uns freundlich. Sie boten uns Wasser umsonst und Früchte, Mehl und andere Nahrungsmittel zu den niedersten Preisen an. Einer von ihnen war von einem Ritt nach Wasit heimgekommen und dabei auf Abd el Birr und seine Handhala-Araber gestoßen. Als er das so nebenbei erwähnte, bemerkte ich, daß Feindschaft zwischen Achadid und den Handhala herrschte, und da erzählte ich, weshalb wir in diese Gegend gekommen waren. Hierauf wurde uns von ganzem Herzen guter Erfolg gewünscht; wir mußten als Gäste in dem Ort bleiben und bekamen, als wir am nächsten Morgen weiterritten, alle Auskunft, die uns nötig war, weil bei den Muntefik die Kenntnis der Örtlichkeiten nun nach und nach zu mangeln begann.
Wir wußten nun, daß wir die Malik Ben Handhala eine halbe Tagereise vor uns hatten, und mußten uns bemühen, diesen Vorsprung einzubringen. Leider wurde uns dies durch den Knaben erschwert, welcher trotz aller Sorgfalt, die Omar auf ihn richtete, unser schnelles Reiten nicht aushalten konnte. Die Muntefik räsonierten darüber, doch Omar machte sich nichts daraus. Die blauen Augen hatten es ihm angetan, und er schien mehr an den Knaben als an die Blutrache zu denken, die uns und vor allen Dingen ihn hierher geführt hatte. Er plauderte in einem fort mit seinem ‚Lakit‘, obgleich er immer nur das Wort Zarka als Antwort bekam. Ob wohl die Mutter des Knaben diesen Namen trug?
Gegen Ende dieses Tages kamen wir wieder auf die Fährte der Handhala und beschlossen, nur dann von derselben abzuweichen, wenn es einen Ort zu umreiten gab, dessen Bewohner uns nicht sehen sollten.
Die Verfolgten hatten sich bis jetzt auf der Wasit-Straße gehalten; am nächsten Vormittag aber führte ihre Spur nach Mawija hinüber, welches an der Mekkastraße liegt. Wir hatten gehört, daß dieser Ort von den Anbar-Arabern bewohnt wird, vor denen wir uns, wie wir meinten, nicht zu verbergen brauchten, da sie nicht zum Tamimstamm gehörten, und hielten es für geboten, uns nach den Handhala zu erkundigen. Dennoch gebrauchte ich die Vorsicht, die andern außerhalb des Ortes zu lassen und mit Halef allein hinzureiten.
Einige Männer standen bei den ersten Hütten und Zelten. Als sie uns kommen sahen, rannten sie fort, wohl um die Kunde von der Ankunft zweier fremder Reiter rasch zu verbreiten. Dennoch sahen wir, als wir uns schon mitten im Dorf befanden, keinen andern Menschen als eine alte Frau, die ich nach dem Schech el Beled fragte. Sie bezeichnete mir ein großes Zelt als die Wohnung desselben. Wir ritten hin und riefen. Da wurde der Vorhang zurückgeschlagen, und der Beherrscher des Dorfes erschien in der Öffnung. Ohne abzuwarten, was wir von ihm wollten, lud er uns ein, bei ihm einzutreten und den Tschibuk mit ihm zu rauchen. Ich entschuldigte mich mit dem Mangel an Zeit; er aber ließ das nicht gelten und wiederholte seine Einladung in so dringendem Ton, daß es eine unverzeihliche Beleidigung gewesen wäre, wenn wir dieselbe auch jetzt noch zurückgewiesen hätten, und Feinde durften wir uns hier nicht machen, weil uns der Rückweg wieder herführen mußte. Wir stiegen also ab, banden die Pferde an zwei Zeltstangen und traten ein.
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